NIST Cybersecurity Framework

Framework zur Verbesserung der kritischen Infrastruktur-Cybersicherheit

Überblick

Das NIST Cybersecurity Framework (CSF) ist ein freiwilliger Rahmen, der vom National Institute of Standards and Technology (NIST) entwickelt wurde, um Organisationen dabei zu helfen, ihre Cybersicherheitsrisiken besser zu verstehen, zu verwalten und zu reduzieren. Es wurde ursprünglich für kritische Infrastrukturen in den USA entwickelt, wird aber mittlerweile weltweit von Organisationen aller Größen und Branchen genutzt. Das Framework bietet einen flexiblen, risikobasierten Ansatz zur Verbesserung der Cybersicherheit und ist kompatibel mit bestehenden Standards wie ISO/IEC 27001.

Zielsetzung des NIST Cybersecurity Framework

Risikobasierter Ansatz

Fokussierung auf die Identifikation, Bewertung und Behandlung von Cybersicherheitsrisiken basierend auf Geschäftsanforderungen

Flexibilität

Anpassbar an verschiedene Organisationstypen, Größen und Branchen ohne starre Vorgaben

Kontinuierliche Verbesserung

Ermutigung zu einem iterativen Prozess der kontinuierlichen Verbesserung der Cybersicherheitsfähigkeiten

Sprache und Kommunikation

Bereitstellung einer gemeinsamen Sprache für Cybersicherheit zwischen technischen und geschäftlichen Stakeholdern

Kernbestandteile des NIST Cybersecurity Framework

1

Framework Core

Eine Reihe von Cybersicherheitsaktivitäten, Ergebnissen und Referenzen, die in fünf Funktionen organisiert sind: Identify, Protect, Detect, Respond, Recover. Jede Funktion enthält Kategorien und Unterkategorien mit spezifischen Aktivitäten.

2

Implementation Tiers

Vier Reifegrade (Partial, Risk Informed, Repeatable, Adaptive), die beschreiben, wie eine Organisation ihr Cybersicherheitsrisikomanagement durchführt. Die Tiers helfen Organisationen zu verstehen, wo sie stehen und wohin sie sich entwickeln möchten.

3

Framework Profile

Eine Darstellung der Cybersicherheitsaktivitäten, die eine Organisation derzeit durchführt oder durchführen möchte, basierend auf Geschäftsanforderungen, Risikotoleranz und Ressourcen. Profile ermöglichen es Organisationen, Lücken zu identifizieren und Verbesserungen zu priorisieren.

Die fünf Kernfunktionen (Framework Core)

IDENTIFY (Identifizieren)

Entwicklung des organisatorischen Verständnisses zur Verwaltung von Cybersicherheitsrisiken für Systeme, Assets, Daten und Fähigkeiten. Kategorien umfassen Asset Management, Business Environment, Governance, Risk Assessment und Risk Management Strategy.

PROTECT (Schützen)

Entwicklung und Umsetzung angemessener Sicherheitsmaßnahmen, um kritische Infrastrukturdienste zu gewährleisten. Kategorien umfassen Access Control, Awareness and Training, Data Security, Protective Technology und Security Processes and Procedures.

DETECT (Erkennen)

Entwicklung und Umsetzung von Aktivitäten zur Identifikation des Auftretens eines Cybersicherheitsereignisses. Kategorien umfassen Anomalies and Events, Security Continuous Monitoring und Detection Processes.

RESPOND (Reagieren)

Entwicklung und Umsetzung von Aktivitäten zur Reaktion auf ein erkanntes Cybersicherheitsereignis. Kategorien umfassen Response Planning, Communications, Analysis, Mitigation und Improvements.

RECOVER (Wiederherstellen)

Entwicklung und Umsetzung von Aktivitäten zur Aufrechterhaltung von Resilienzplänen und zur Wiederherstellung von Fähigkeiten oder Diensten, die aufgrund eines Cybersicherheitsereignisses beeinträchtigt wurden. Kategorien umfassen Recovery Planning, Improvements und Communications.

Implementation Tiers (Reifegrade)

Tier Beschreibung Charakteristika
Tier 1: Partial Ad-hoc und reaktiv Begrenzte oder keine formale Cybersicherheitsrisikomanagement-Praxis. Risikomanagementaktivitäten sind nicht in größere organisatorische Risikomanagementprozesse integriert.
Tier 2: Risk Informed Risikobewusst, aber nicht formalisiert Organisation ist sich der Cybersicherheitsrisiken bewusst und hat informelle Risikomanagementprozesse, aber diese sind möglicherweise nicht dokumentiert oder konsistent angewendet.
Tier 3: Repeatable Formalisiert und wiederholbar Organisation hat formale Richtlinien und Prozesse für Cybersicherheitsrisikomanagement, die regelmäßig überprüft und aktualisiert werden. Aktivitäten sind dokumentiert und konsistent.
Tier 4: Adaptive Adaptiv und proaktiv Organisation passt ihre Cybersicherheitspraktiken basierend auf Lessons Learned und Predictive Indicators an. Kontinuierliche Verbesserung ist in die Kultur integriert.

Vorgehensweise nach NIST Cybersecurity Framework

1. Priorisierung und Scoping

Organisation identifiziert ihre Geschäftsziele und kritischen Geschäftsprozesse, um den Anwendungsbereich des Framework zu bestimmen. Dies hilft, den Fokus auf die wichtigsten Assets und Prozesse zu legen.

2. Orientierung

Organisation identifiziert verwandte Systeme und Assets, rechtliche/regulatorische Anforderungen und gesamte organisatorische Risikotoleranz. Dies bildet die Grundlage für die Entwicklung eines Framework Profiles.

3. Aktuelles Profil erstellen

Organisation erstellt ein "Current Profile", das den aktuellen Zustand ihrer Cybersicherheitsaktivitäten beschreibt, indem sie die relevanten Kategorien und Unterkategorien aus dem Framework Core auswählt und bewertet.

4. Zielprofil erstellen

Organisation erstellt ein "Target Profile", das den gewünschten Zustand ihrer Cybersicherheitsaktivitäten beschreibt, basierend auf Geschäftsanforderungen, Risikotoleranz und verfügbaren Ressourcen.

5. Lückenanalyse durchführen

Vergleich zwischen Current und Target Profile zur Identifikation von Lücken. Organisation priorisiert diese Lücken basierend auf Risiko, Geschäftsanforderungen und Ressourcenverfügbarkeit.

6. Aktionsplan erstellen

Organisation erstellt einen Aktionsplan zur Behandlung der identifizierten Lücken, einschließlich Ressourcenallokation, Zeitpläne und Verantwortlichkeiten. Der Plan sollte realistisch und umsetzbar sein.

7. Umsetzung

Organisation implementiert die geplanten Aktivitäten und Maßnahmen zur Schließung der Lücken. Fortschritt wird regelmäßig überwacht und dokumentiert.

8. Kontinuierliche Verbesserung

Organisation überprüft regelmäßig ihr Framework Profile, aktualisiert es basierend auf Änderungen in Geschäftsanforderungen, Bedrohungen oder Technologien und passt ihre Cybersicherheitspraktiken entsprechend an.

Vergleich: NIST CSF vs. ISO/IEC 27001 vs. BSI IT-Grundschutz

Aspekt NIST Cybersecurity Framework ISO/IEC 27001 BSI IT-Grundschutz
Zielsetzung Verbesserung der Cybersicherheitsfähigkeiten durch risikobasierten Ansatz, Fokus auf kritische Infrastrukturen Etablierung eines ISMS zur systematischen Verwaltung von Informationssicherheitsrisiken Bereitstellung konkreter Maßnahmen zur Umsetzung von Informationssicherheit
Ansatz Risikobasiert, flexibel, ergebnisorientiert - "Was soll erreicht werden?" Risikobasiert, prozessorientiert - "Wie wird das ISMS verwaltet?" Maßnahmenorientiert - "Welche konkreten Maßnahmen sind notwendig?"
Struktur 5 Funktionen (Identify, Protect, Detect, Respond, Recover) mit Kategorien und Unterkategorien 7 Hauptkapitel (PDCA-Zyklus) mit Anhang A (93 Kontrollen in 14 Domänen) 3 BSI-Standards (200-1, 200-2, 200-3) + IT-Grundschutz-Kompendium mit Bausteinen
Detaillierungsgrad Mittel - ergebnisorientiert, weniger detailliert als BSI, aber strukturierter als ISO Allgemein - Interpretationsspielraum bei Umsetzung, Fokus auf Prozesse Sehr detailliert - spezifische Maßnahmen pro Baustein
Zertifizierung Keine formale Zertifizierung - freiwillige Selbstbewertung und Reifegradbestimmung International anerkannte Zertifizierung durch akkreditierte Stellen Deutsche Zertifizierung durch BSI-anerkannte Auditoren
Zielgruppe Kritische Infrastrukturen (ursprünglich), mittlerweile alle Organisationen Organisationen aller Größen weltweit Besonders für deutsche Organisationen, Behörden, KRITIS
Vorgehensweise Profil-basiert: Current Profile → Target Profile → Lückenanalyse → Aktionsplan Risikoanalyse → Maßnahmenauswahl (SoA) → Umsetzung → Kontinuierliche Verbesserung Strukturanalyse → IT-Grundschutz-Profil → Modellierung → Maßnahmenumsetzung
Flexibilität Sehr flexibel - Organisation wählt relevante Kategorien basierend auf Geschäftsanforderungen Sehr flexibel - organisationsspezifische Umsetzung basierend auf Risikoanalyse Weniger flexibel - vorgegebene Maßnahmen, Anpassung möglich
Reifegradmodell Ja - 4 Implementation Tiers (Partial, Risk Informed, Repeatable, Adaptive) Nein - binäre Zertifizierung (zertifiziert/nicht zertifiziert) Nein - binäre Zertifizierung (zertifiziert/nicht zertifiziert)
Fokus Cybersicherheitsfähigkeiten und Ergebnisse, kontinuierliche Verbesserung ISMS-Prozesse, Managementsystem, kontinuierliche Verbesserung Konkrete Maßnahmenumsetzung, Vollständigkeit
Sprache Geschäftsorientiert - Brücke zwischen technischen und geschäftlichen Stakeholdern Technisch/Prozessorientiert - Fokus auf ISMS-Management Technisch/Detailorientiert - Fokus auf konkrete Maßnahmen
Kosten Kostenlos verfügbar (Framework und Dokumentation) Norm muss erworben werden, Zertifizierung kostenpflichtig Kostenlos verfügbar (BSI-Standards und Kompendium)
Regulatorischer Kontext Ursprünglich für US-kritische Infrastrukturen, mittlerweile weltweit genutzt Internationaler Standard, keine spezifische regulatorische Bindung Deutscher Standard, besonders für Behörden und KRITIS relevant

Wesentliche Unterschiede in Ziel und Vorgehensweise

1

Zielsetzung

NIST CSF: Verbesserung der Cybersicherheitsfähigkeiten durch risikobasierten Ansatz. Fokus auf "Was soll erreicht werden?" (Ergebnisorientierung). Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der Cybersicherheitsfähigkeiten basierend auf Geschäftsanforderungen.
ISO/IEC 27001: Etablierung eines ISMS zur systematischen Verwaltung von Informationssicherheitsrisiken. Fokus auf "Wie wird das ISMS verwaltet?" (Prozessorientierung). Ziel ist ein funktionierendes Managementsystem.
BSI IT-Grundschutz: Bereitstellung konkreter Maßnahmen zur Umsetzung von Informationssicherheit. Fokus auf "Welche konkreten Maßnahmen sind notwendig?" (Maßnahmenorientierung). Ziel ist die vollständige Umsetzung vorgegebener Maßnahmen.

2

Vorgehensweise

NIST CSF: Profil-basierter Ansatz: (1) Priorisierung und Scoping, (2) Orientierung, (3) Current Profile erstellen, (4) Target Profile erstellen, (5) Lückenanalyse, (6) Aktionsplan, (7) Umsetzung, (8) Kontinuierliche Verbesserung. Iterativer Prozess mit Fokus auf Geschäftsanforderungen.
ISO/IEC 27001: Risikobasierter Ansatz: (1) Kontext der Organisation, (2) Risikoanalyse, (3) Maßnahmenauswahl (SoA), (4) Umsetzung, (5) Überwachung und Messung, (6) Kontinuierliche Verbesserung. PDCA-Zyklus mit Fokus auf ISMS-Prozesse.
BSI IT-Grundschutz: Maßnahmenorientierter Ansatz: (1) Strukturanalyse, (2) IT-Grundschutz-Profil, (3) Modellierung, (4) Maßnahmenumsetzung, (5) Risikoanalyse (bei Bedarf), (6) Kontinuierliche Verbesserung. Baustein-basierter Ansatz mit Fokus auf konkrete Maßnahmen.

3

Risikobewertung

NIST CSF: Risikobewertung ist Teil der IDENTIFY-Funktion, aber weniger formalisiert als bei ISO 27001. Fokus auf Geschäftsrisiken und Cybersicherheitsrisiken im Kontext der Geschäftsziele.
ISO/IEC 27001: Obligatorische, kontinuierliche Risikoanalyse nach definierter Methodik. Risikobewertung ist zentraler Bestandteil des ISMS.
BSI IT-Grundschutz: Risikoanalyse ist optional für Standard-Szenarien (IT-Grundschutz ist ausreichend), obligatorisch nur bei erhöhtem Schutzbedarf (BSI-Standard 200-3).

4

Maßnahmenauswahl

NIST CSF: Organisation wählt relevante Kategorien und Unterkategorien basierend auf Geschäftsanforderungen und Risikotoleranz. Sehr flexibel, ergebnisorientiert.
ISO/IEC 27001: Organisation wählt Maßnahmen basierend auf Risikoanalyse (Statement of Applicability). Flexibel, aber strukturiert durch Anhang A.
BSI IT-Grundschutz: Maßnahmen werden durch Baustein-Auswahl vorgegeben. Weniger flexibel, aber sehr detailliert und praxisnah.

5

Reifegradmodell

NIST CSF: 4 Implementation Tiers ermöglichen es Organisationen, ihren aktuellen Reifegrad zu bestimmen und sich schrittweise zu verbessern. Keine binäre Zertifizierung.
ISO/IEC 27001: Kein Reifegradmodell - binäre Zertifizierung (zertifiziert/nicht zertifiziert). Fokus auf Erfüllung der Anforderungen.
BSI IT-Grundschutz: Kein Reifegradmodell - binäre Zertifizierung (zertifiziert/nicht zertifiziert). Fokus auf Maßnahmenumsetzung.

6

Dokumentation

NIST CSF: Minimal - Fokus auf Framework Profiles (Current/Target) und Aktionspläne. Weniger dokumentationsintensiv als ISO 27001 oder BSI.
ISO/IEC 27001: Strukturiert, aber nach "soweit erforderlich" - Dokumentation des ISMS, Risikoanalyse, SoA, etc.
BSI IT-Grundschutz: Sehr detailliert - IT-Grundschutz-Profil, Baustein-Modellierung, Maßnahmendokumentation. Hoher Dokumentationsaufwand.

7

Sprache und Kommunikation

NIST CSF: Geschäftsorientierte Sprache - Brücke zwischen technischen und geschäftlichen Stakeholdern. Fokus auf Geschäftsergebnisse und Fähigkeiten.
ISO/IEC 27001: Technisch/Prozessorientiert - Fokus auf ISMS-Management und Prozesse. Weniger geschäftsorientiert.
BSI IT-Grundschutz: Technisch/Detailorientiert - Fokus auf konkrete technische Maßnahmen. Sehr detailliert, weniger geschäftsorientiert.

Vorteile des NIST Cybersecurity Framework

Flexibilität

Sehr anpassbar an verschiedene Organisationstypen, Größen und Branchen ohne starre Vorgaben

Geschäftsorientierung

Fokus auf Geschäftsanforderungen und Ergebnisse, nicht nur auf technische Maßnahmen

Kostenlos verfügbar

Framework und Dokumentation sind kostenlos verfügbar, keine Lizenzkosten

Reifegradmodell

Implementation Tiers ermöglichen schrittweise Verbesserung und Reifegradbestimmung

Kontinuierliche Verbesserung

Iterativer Ansatz fördert kontinuierliche Verbesserung der Cybersicherheitsfähigkeiten

Kompatibilität

Kann mit ISO/IEC 27001, BSI IT-Grundschutz und anderen Standards kombiniert werden

Herausforderungen bei der Umsetzung

Interpretationsspielraum

Die Flexibilität kann auch Herausforderung sein - Organisationen müssen selbst interpretieren, welche Aktivitäten für sie relevant sind

Keine formale Zertifizierung

Keine externe Zertifizierung möglich, was für manche Organisationen weniger attraktiv sein kann als ISO 27001 oder BSI IT-Grundschutz

Selbstbewertung

Organisationen müssen selbst ihre Reifegrade bestimmen und Profile erstellen, was Erfahrung und Expertise erfordert

Weniger detailliert

Im Vergleich zu BSI IT-Grundschutz weniger detaillierte Anleitungen - Organisationen müssen mehr selbst entwickeln

Kombinierbarkeit mit anderen Standards

NIST CSF + ISO/IEC 27001

Das NIST Framework kann als Leitfaden für die Umsetzung von ISO/IEC 27001 dienen. Die NIST-Kategorien können ISO 27001-Kontrollen zugeordnet werden, um eine strukturierte Umsetzung zu ermöglichen.

NIST CSF + BSI IT-Grundschutz

NIST Framework kann mit BSI IT-Grundschutz kombiniert werden, um einen ergebnisorientierten Ansatz (NIST) mit detaillierten Maßnahmen (BSI) zu verbinden.

NIST CSF + NIS-2

Das Framework kann zur Erfüllung von NIS-2-Anforderungen genutzt werden, insbesondere für kritische Einrichtungen, die ihre Cybersicherheitsfähigkeiten verbessern müssen.

NIST CSF + DORA

Für Finanzunternehmen kann das Framework als Basis für DORA-Compliance dienen, insbesondere für die Bereiche Incident Management und Testing.

Zusammenhang mit anderen ISMS-Komponenten

  • ISMS: Das NIST Framework kann als Leitfaden für die Entwicklung eines ISMS genutzt werden, insbesondere für die Identifikation relevanter Cybersicherheitsaktivitäten
  • Risikomanagement: Die IDENTIFY-Funktion umfasst Risk Assessment und Risk Management Strategy, die zentral für das Risikomanagement sind
  • Asset Management: Asset Management ist eine Kategorie in der IDENTIFY-Funktion und bildet die Grundlage für effektive Cybersicherheit
  • Incident Management: Die RESPOND- und RECOVER-Funktionen decken Incident Management, Response Planning und Recovery ab
  • BCM: Die RECOVER-Funktion umfasst Recovery Planning, was direkt mit Business Continuity Management zusammenhängt
  • Testmanagement: Testing und Assessments sind Teil der kontinuierlichen Verbesserung im Framework
  • Governance: Governance ist eine Kategorie in der IDENTIFY-Funktion und umfasst Richtlinien, Strategien und Management-Commitment
  • Identity and Access Management: Access Control ist Teil der PROTECT-Funktion und umfasst alle Aspekte des Identity and Access Management
  • Security Monitoring: Die DETECT-Funktion umfasst Security Continuous Monitoring und Detection Processes

NIST CSF Versionen und Aktualisierungen

1

Framework 1.0 (2014)

Erste Version des Frameworks, entwickelt für kritische Infrastrukturen in den USA. Fokus auf die fünf Kernfunktionen und Implementation Tiers.

2

Framework 1.1 (2018)

Erweiterte Version mit Verbesserungen in den Bereichen Supply Chain Risk Management, Self-Assessment, Informationsaustausch und Messung der Cybersicherheitsfähigkeiten.

3

Framework 2.0 (2024)

Neueste Version mit erweiterten Funktionen, verbesserter Governance, stärkerem Fokus auf Supply Chain Risk Management und Integration von Zero Trust-Architekturen. Erweiterte Unterstützung für verschiedene Organisationstypen und Branchen.

Praktische Anwendung

Das NIST Cybersecurity Framework wird weltweit von Organisationen aller Größen genutzt, von kleinen Unternehmen bis hin zu großen multinationalen Konzernen. Es ist besonders wertvoll für:

Kritische Infrastrukturen

  • Energieversorgung
  • Gesundheitswesen
  • Finanzdienstleister
  • Telekommunikation
  • Transport und Verkehr
  • Wasserversorgung

Private Unternehmen

  • Technologieunternehmen
  • Herstellungsunternehmen
  • Dienstleistungsunternehmen
  • Unternehmen mit hohem Cybersicherheitsrisiko
  • Unternehmen mit Compliance-Anforderungen

Öffentliche Organisationen

  • Regierungsbehörden
  • Öffentliche Einrichtungen
  • Bildungseinrichtungen
  • Non-Profit-Organisationen